Neues therapeutisches Molekül treibt Krebszellen in den Selbstmord
Forscher des Nationalen Genomforschungsnetzes haben ein kleines Eiweiß hergestellt, das den Selbstmord von Krebszellen auslösen kann. Das Eiweiß stört eine Signalkette, die viele Krebszellen unbedingt zum Überleben brauchen.
Sie befinden sich außen an den Zellen und sind hier grün gefärbt: Andockstellen für Botenstoffe - so genannte "Rezeptoren".

Eine Zelle empfängt ständig Signale: Da gibt es Signale, die die Zelle dazu veranlassen, sich auf eine bestimmte Aufgabe im Organismus zu spezialisieren. Andere Signale bringen die Zelle dazu, ein bestimmtes Produkt herzustellen. Auch um wachsen und überleben zu können, braucht eine Zelle die Anregung durch äußere Signale.

Als Signalübermittler - "Boten" - dienen bestimmte biochemische Stoffe. Sie nehmen Kontakt mit der Zelle auf, indem sie sich an spezielle Andockstellen auf der Zell-Oberfläche anlagern. Diese Andockstellen kann man mit winzigen Antennen vergleichen, die eine Nachricht von außen aufnehmen und ins Innere weitersenden können. Weil die Andockstellen Nachrichten empfangen, nennt man sie Rezeptoren (lat.="Empfänger"). 


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Das Weiterleiten der Signale funktioniert durch einen raffinierten Mechanismus:

Wenn der Botenstoff an seinen Empfänger ("Rezeptor") bindet, verformt sich dieser Rezeptor etwas und kann sich dadurch mit einem zweiten Rezeptor auf der Zelloberfläche verknüpfen. Die beiden Rezeptoren sind jetzt einander nahe genug, um sich gegenseitig auf "aktiv" zu schalten.

Die "aktiven Antennen" geben dann das Signal an bestimmte Signalübermittler - wie z.B. Stat3 - im Inneren der Zelle weiter. Diese Signalstoffe bringen die Nachricht in den Zellkern.



Durch das Andocken verformt sich die Antenne und aktiviert dadurch im Inneren der Zelle winzige Signalübermittler. Das Eiweiß Stat3 gehört zu diesen Signalstoffen, die Nachrichten in den Zellkern bringen. Dort im Zellkern funktioniert Stat3 wie ein Schalter, mit dem bestimmte Betriebsprogramme angestellt werden. Wenn Stat3 aktiviert also quasi eingeschaltet ist, dann sorgt es dafür, dass in der Zelle das Programm "Wachstum, Überleben und Vermehrung" läuft.

Manchmal passiert es, dass Stat3 permanent angeschaltet bleibt, auch wenn kein Signal von außen kommt. Wenn Stat3 oder andere Signalübermittler überaktiv sind, kann das fatale Konsequenzen haben. Denn dann kommt die harmonisch abgestimmte Kommunikation mit der Außenwelt der Zelle durcheinander. Das kann dazu führen, dass sich die Zellen unkontrolliert vermehren und Krebs entsteht.


Seite 2: Wie Wissenschaftler ein kleines Eiweiß gefunden haben, das zum Selbstmord der Zelle führt. 
 


 
 
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